Montag, 13. Oktober 2014

Saisonrückblick Paracycling 2014

Die heurige Saison war für mich eine Zwischensaison nach den Winter-Paralympics in Sochi.

Dementsprechend hatte ich keine großen Erwartungen, wollte aber schon mit dem Formaufbau für die beiden wichtigen Saisonen 2015 und 2016 beginnen. Im Olympiawinter konnte ich kein radspezifisches Training und auch keinerlei Trainingslager machen.

Damit begann ich erst im April  und dafür lief es bei den ersten Saisonrennen in Italien  wirklich gut: Ich konnte beim Europacup  in Verolanuova  gesamt den 3.Platz erreichen und beim Worldcup in der Toscana  erreichte ich die Plätze 9 im Straßenrennen und 10 im Zeitfahren.
Beim Europacup in der Schweiz konnte ich überhaupt sogar in der Gesamtwertung gewinnen!

Die österreichische Meisterschaft fand Anfang Juni  in Oberösterreich statt. Dort konnte ich erstmals sowohl im Einzelzeitfahren als auch im Straßenrennen den Meistertitel einfahren.

Anschließend fuhr ich ein Mountainbike Etappenrennen bei den
Nichtbehinderten  - die Alpentour Trophy  ( Kat S1 ) – und konnte als erster Behindertensportler überhaupt finishen.
Nachdem das Mountainbiken so gut klappe, fuhr ich auch noch den Kitzalp Mountainbike Marathon.

Beim nächsten Paracycling Worldcup in Spanien hatte ich von der Leistung ordentlich zu den Frühjahrsrennen zugelegt. Im Straßenrennen erreichte ich Rang 8 und im Zeitfahren  Rang 9.
Die Konkurrenten hatten offensichtlich genauso hart gearbeitet und jetzt kam meine fehlende Grundlagenarbeit vom Winter zum Tragen.

Zurück zu Hause  arbeitete ich konzentriert an meinen Schwächen, um bei den Weltmeisterschaften Ende August  ein gutes  Ergebnis einzufahren. Das gelang mir nur teilweise und so wurde es  trotz weiter gesteigerter Leistung im Zeitfahren als auch beim Straßenrennen  Rang 11.

Nach den Weltmeisterschaften setze ich mein Aufbautraining für die nächste Saison fort und konnte bei den beiden abschließenden Europacuprennen noch einmal deutlich zulegen:
In Belgrad erreichte ich mit einem Doppelsieg in Straßenrennen und Zeitfahren Rang 1 und  in Prag Rang 2. Besonders die Rennen in Prag waren für mich sehr erfreulich, verlor ich doch zum ersten Mal heuer im Zeitfahren nur weniger als 1 Minute auf den Vizeweltmeister Masini.

Mit den guten Ergebnissen zum Saisonabschluss belege ich jetzt in der abschließenden Weltrangliste Rang 10. Das ist nun doch ein sehr zufriedenstellender Abschluss der kurzen Radsaison.

Nach der Trainingspause im Oktober geht es ab Anfang November mit den Vorbereitungen für die Saison 2015 los – Vollgas auf dem Weg zu den Paralympics Rio2016!


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Saisonabschluss Europacup Prag

Zum Saisonbschluss fuhr ich mit einigen anderen österreichischen Paracyclern zum Europacuprennen in Prag. Gleich vorweg: wir konnten in unseren Klassen alle aufs Siegerpodium fahren!
Das Straßenrennen fand am Samsatg auf einem der anspruchsvollsten Kurse dieser Saison statt.
Ich konnte hinter Vizeweltmeister Giancarlo Masini den 2.Platz einfahren.
Am Abend fuhr das ganze Team in die wunderschöne Altstadt von Prag und wir verbrachten einen sehr netten Abend.
Das Einzelzeitfahren am Sonntag Vormittag fand auf derselben Strecke wie das Straßenrennen statt. Ich konnte meine absolut beste Saisonleistung bringen und landete mit weniger als einer Minute Rückstand auf Masini wieder auf Platz 2. So lässt es sich zufrieden und entspannt in die Trainingspause gehen, bevor es Ende Oktober in die Vorbereitung für die Radsaison 2015 geht.

Montag, 22. September 2014

Europacup Belgrad

Am vergangenen Wochenende ging es zur vorletzten Europacupstation nach Belgrad.
Nachdem ich während der letzten beiden Jahre die Geduld und den Goodwill meines Dienstgebers schon über Gebühr beansprucht habe, wollte ich mir nicht schon wieder frei nehmen und brach erst am Freitag nach der Arbeit Richtung Südosten auf. Deshalb kam ich erst mitten in der Nacht in Belgrad an.
Zum Glück wurde der Start des Rennens am Samstag auf Mittags zurückverlegt und so kam ich noch zu ausreichend Schlaf.
Im Straßenrennen am Samstag konnte ich mich im Zielsprint gegen meine Konkurrenz durchsetzten.
Während der Siegerehrung ging ein heftiges Gewitter nieder und ich hatte die Dachluke über dem Bett meines Wohnmobils offen. Das ergab leider eine sehr feuchte Nacht.
Aber eine gute Einstimmung auf das Zeitfahren am Sonntag.
In der Früh schüttete es wie aus Kübeln und auf den Straßen stand das Wasser. Kurz vor dem Start hörte zwar der Regen auf, doch die nasse Straße verlangte eine sehr vorsichtige Fahrweise beim Rennen. Ich konnte mich auch hier um 18 Sekunden vor meinem Grazer Kollegen Andy Zirkl durchsetzten.
Nächste woche starte ich noch beim Saisonfinale in Prag und dann ist die Radsaison für 2014 schon wieder vorbei.

Freitag, 5. September 2014

Paracycling Weltmeisterschaften Greenville South Carolina USA


Wir reisten zu den heurigen Weltmeisterschaften mit einem 12-köpfigen Team an: 8 Sportler, Teammanager, Masseur, Mechaniker und Betreuerin.
Geplant war eine ordentliche Akklimatisations- und Trainingszeit vorort, um auch wirklich optimale Leistungen bringen zu können. Doch bereits beim ersten Zwischenstopp in Washington begannen die Reiseprobleme: Der Weiterflug nach Greenville wurde nach  stundenlanger Warterei am Flughafen gestrichen und so mussten wir eine  Nacht in Washington übernachten. Am nächsten Vormittag hatten wir auch wieder mehrere Stunden Verspätung und so kamen wir einen Tag später als geplant an. Doch wo waren unsere Räder? Sie konnten nicht mitgenommen werden  weil die Flugzeuge nach Greenville überhaupt keine Gepäckkapazitäten haben. Auch am nächsten Tag war es nicht möglich unsere Räder von Washington nach Greenville zu bekommen. So organisierte Teammanager Erich Strummer in stundenlangen Telefonaten und Mailverkehr, dass unser Material  mit einem LKW nach drei Tagen endlich am Wettkampfort eintraf.

Somit wurde aus der ordentlichen Akklimatisation am Fahrrad nur bedingt etwas. 

Wir konnten immerhin am dritten Tag ein gut ausgestattetes Fitnesscenter finden, wo wir ein paar Stunden auf Spinningrädern trainieren konnten. Allerdings hätten wir uns ziemlich viel Geld und Nerven sparen können, wenn der Transport vorher  schon zu Hause ordentlich geklärt worden wäre.
In Greenville wohnten wir in einem guten Hotel und die Infrastruktur  zur Verpflegung war optimal.
Nachdem am Mittwoch endlich alles Material passte besserte sich auch die Stimmung und wir konnten  uns doch noch gut vorbereiten.

Die Eröffnung am Mittwochabend war recht stimmungsvoll im Zentum der Stadt organisiert.
Der Ablauf der Rennen wurde so gestaffelt, dass tageweise immer abwechselnd Handbiker und Radfahrer  starteten, sodass wir immer optimalen Support durch unser Team bekamen.



Mein erster Renneinsatz war das Einzelzeitfahren am Freitag  Vormittag. Die Strecke war sehr anspruchsvoll und forderte uns alles ab, jedoch wirklich top Straßen und Absicherung machten sowohl  Trainings als auch Rennen wirklich zu einem tollen Ereignis. Ich konnte zwar meine beste Saisonleistung abliefern, doch aufgrund meiner schwachen  Form durch das  Snowboardtraining für Sochi erreichte ich nur Platz 11 mit großem Rückstand auf den klaren Sieger und Weltmeister Michael Teuber aus Deutschland. Zweiter wurde den Neueinsteiger Giancarlo Masini mit  1:13   Rückstand knapp vor dem Chinesen Li.



In der Klasse C5 schaffte mein Teamkollege Wolfi Eibeck Silber, eine Bestätigung seiner heurigen Saisonleistungen.


Am Samstag fand das Zeitfahren der Handbiker statt, wo Kollege Tom Frühwirt eine Bronzemedailie einfahren konnte.

Ich konnte ein lockere Trainingseinheit im sehr schönen Umland machen und mich auf das Straßenrennen am Sonntag früh vorbereiten



Auch die Strecke des 66 km Straßenrennens war wirklich super anspruchsvoll  und machte viel Spaß beim  Kämpfen um die Platzierungen. Wie  befürchtet konnte ich die Führungsgruppe nur in der ersten von 6 Runden halten und fuhr im der zweiten Gruppe um die Plätze 10-14 in unserer Klasse. In der letzten Runde attackierte der Zeitfahr-Bronzemedaililiengewinner Li am letzten Berg und ich konnte gemeinsam mit Masini  mitgehen. Die anderen konnten nicht folgen und so gewann der Chinese vor mir und Masini den Sprint unserer Gruppe. Somit wieder Platz 11 .

Auch beim Straßenrennen lieferte ich meine beste Saisonleistung ab. Somit hat die Vorbereitung  meiner kurzen Radsaison, die eigentlich erst im April begonnen hat bis zum Saisonhöhepunkt WM sehr gut gepasst. ABER mein Rückstand nach vorne hat sich in der heurigen Saison nicht verringert. Ursache dafür ist sicher  das Snowboardtraining während der beiden letzten Wintersaisonen. Das Niveau im Paracycling ist mittlerweile einfach schon so hoch, dass eine erfolgreiche Platzierung im Worldcup und bei Weltmeisterschaften nur mit einer optimalen radspezifischen Vorbereitung über das gesamte Jahr möglich ist. Diesen Schritt werde ich konsequent gehen und in der nächsten Saison optimal vorbereitet wieder  am Start sein.

Der Heimflug gestaltete sich ähnlich problematisch wie der Hinflug. Unser Gepäck erreichte nicht einmal Washington und es dauerte schliesßich bis zu nächsten Wochenende, bis das letzte Gepäck - teilweise stark beschädigt - bei mir eintraf. Auch in Washington mussten wir über 2 Stunden am Rollfeld warten, da der Flughafen wegen einer Gewitterzelle gesperrt wurde. 

Nach ein paar Tagen Regeneration bin ich bereits in der Vorbereitung für die beiden abschließenden Europacuprennen in Belgrad und Prag. Gute Ergebnisse dort sind entscheidend dafür, ob ich in der Endwertung der heurigen Saison unter den Top10 der Weltrangliste abschließe.

Freitag, 1. August 2014

Paracycling Worldcup Spanien


Heuer reiste das größte österreichische Team, mit dem ich jemals unterwegs war zum Weltcupfinale nach Cantimpalos/Segovia. Mit uns 12 Athleten reisten allerdings nur 2 Betreuer, was sich noch als etwas problematisch herausstellen sollte!

Gleich bei der Ankunft fehlte am Flughafen das Zeitfahrrad von Teamkollegen Wolfgang Eibeck - ein ganz herber Rückschlag, ist das Zeitfahren doch seine Top Disziplin und er heuer die ganze Saison praktisch unschlagbar gewesen.
Nach etwas mühsamer Fahrerei und Warterei am Flughafen wegen des Material-LKWs  kamen wir schließlich etwas verspätet im Hotel an und konnten die Zimmer beziehen.
Nach den ersten Trainingseinheiten war ich ziemlich guter Dinge für das Einzelzeitfahren. 
Wolfis Rad taucht trotz unermüdlicher Versuche unseres Teamchefs Erich Strummer und sogar Verschieben der Startzeit durch den Veranstalter nicht auf. So musste er mit seinem normalen Straßenrad und ausgeborgten Aufliegern fahren und erreichte trotzdem einen absolut sensationellen 3.Patz nur 19 Sekunden hinter dem Sieger und 2 Sekunden hinter dem 2.
Mein Rennen verlief ziemlich enttäuschend, obwohl ich mich vor allem in der ersten Hälfte deutlich gegenüber allen bisherigen Rennen der Saison steigern konnte. Die Konkurrenten steigerten sich eben noch mehr . Ich erreichte zwar Rang 9, allerdings mit wirklich großem Rückstand. Hier fehlen einfach ungefähr 200 Rad-Trainingsstunden vom Winter, auf die meine Mitbewerber aufbauen können und ich nicht. Dafür waren sie nicht in Sochi ;-)
Bemerkenswert beim Zeitfahren war auch der erste Weltcupsieg von Teamkollegen Thomas Frühwirt in der H4 Klasse.
Beim Straßenrennen am Sonntag ging es mir deutlich besser. Ich verlor zwar durch einen schlechten Start die Führungsgruppe, konnte aber in der zweiten Gruppe gut mitfighten und fuhr zur Mitte der letzten Runde vorne aus der Gruppe heraus. Ich erreichte als 8. der C1 Klasse das Ziel.
Wolfi Eibeck schaffte in der C5 Klasse wieder den 3.Platz und damit das einzige Podium des Teams.
Zusammenfassend ist besonders die Leistung unserer Betreuer Joachim Vollmann und Erich Strummer hervorzuheben, die wirklich fast rund um die Uhr für uns geackert haben. Und so ein qualitativ schlechtes Essen wie heuer habe ich in diesem Hotel noch nie gehabt -nur Dosensalate, kein Gemüse, alles Totgekocht- zum Glück habe ich mein eigenes Frühstück und sonstige Verpflegung mitgehabt.
Nach ein paar Regenerationstagen geht es an die finale Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in Grenville - Abflug 22.08. :-)